Bauphysik

Wärmeschutz

Unter Wärmeschutz im Bauwesen versteht man den Teilbereich der Bauphysik, der in die Bereiche winterlicher Wärmeschutz und sommerlicher Wärmeschutz aufgeteilt ist.

Bei den bauphysikalischen Analysen müssen Wärmeschutz und Feuchteschutz immer im Zusammenhang gesehen werden. Nur eine übergreifende Betrachtung kann zur Vorbeugung von Baumängeln beitragen. Da bauliche Mängel häufig aus Fehlern resultieren, die einen bauphysikalischen Ursprung haben, ist sowohl die Fachkenntnis von Baustoffeigenschaften, als auch klimatische Prozesse eine der Grundlagen für die Planung und Ausführung.

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Wärmeschutz-nachweis

Die Erstellung von Wärmeschutznachweisen ist ein fester Bestandteil von Baugenehmigungsplanungen. Bei Wohngebäuden wird der Nachweis nach DIN 4108 geführt. Darin müssen die zulässigen Grenzwerte für den Jahresprimärenergiebedarf (Qp) und den Transmissionswärmeverlust (Ht) des Gebäudes enthalten sein. Wie hoch die jeweiligen Grenzwerte für verschiedene Gebäudetypen sein dürfen, wird nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegt.

Bei Nichtwohngebäuden gilt der Nachweis nach DIN V 18599. Um eine wirklichkeitsnahe Berechnung durchführen zu können, werden die beheizten Gebäudeflächen nach Nutzungsintervall und Gebäudetyp untersucht.

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Detaillierte Wärmebrücken-Berechnung

Die detaillierte Wärmebrückenberechnung ist ein rechnerischer Nachweis von Bauteilen und Anschlüssen am Gebäude, durch die Bauschäden, durch den physikalischen Beleg von Oberflächentemperaturen, verhindert und Baukosten eingespart werden. Somit können höhere KfW-Effizienzhausstandards (KfW 40 plus, 40, 55, 70, 85, 100, 115) erreicht oder auf aufwändige Kompensationsmaßnahmen verzichtet werden. 


Damit können die pauschalen Wärmebrückenzuschläge auf den flächenbezogenen Transmissionswärmeverlust der Hüllfläche in Höhe von 0,05 (Neubau), 0,10 (Altbau) oder 0,15 W/(m²K) (Altbau mit Innendämmung) durch den Ansatz der nach den Vorschriften der DIN EN ISO 10211 berechneten Verluste ersetzt werden. Die detaillierte Berechnung führt erfahrungsgemäß zu Wärmebrücken-Zuschlägen, die nur zwischen 0,00 und 0,02 W/(m²K) liegen.